Klinik für operative und interventionelle Gefässchirurgie


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Arterielle Durchblutungsstörungen

Radiointerview zum Thema Durchblutungsstörungen ( Prof. Dr. Stefan von Sommoggy)


Die arterielle Verschlußkrankheit (AVK)  - "die Schaufensterkrankheit".

Warum "Schaufensterkrankheit"?

Weil die Betroffenen nach kurzer Gehstrecke Wadenschmerzen bekommen und dann stehen bleiben müssen. Wenn die Durchblutung wieder zu genügend Sauerstoffversorgung für das Gewebe geführt hat, können sie wieder weitergehen.

Die arterielle Verschlußkranheit ist ein ernstes Krankheitsbild, das eine Schädigung der Blutversorgung im ganzen Körper bedeuten kann. Es kann auch die Durchblutung des Herzmuskel's (Herzinfarkt!) der Nieren (Niereninsuffizienz) und des Gehirnes (Schlaganfall) beeinträchtigt sein.

Die Lebenszeit ist bei den betroffenen Patienten verkürzt, wenn sie nicht adäquat behandelt und überwacht werden und wenn sie vor allen nicht bereit sind ihre Ernährung (siehe jüngst Präsident Clinton) zu ändern, Rauchen aufzuhören und ggf. Gewicht abzunehmen.

Ausdauersport kann das Auftreten der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) um 25% senken!

Man kann also viel für sich selbst tun mit einer gesunden Lebensführung.

Die Schweregrad der Erkrankung wird in vier Stadien eingeteilt: 

Stadium I bedeutet Gefäßveränderungen im Sinne von Verengungen bis hin zum Gefäßverschluss, die jedoch vom Erkrankten im täglichen Leben unbemerkt bleiben. Betroffene geben in diesem Stadium allenfalls eine frühe Ermüdbarkeit der Muskulatur (z. B. der Waden) oder eine Temperaturdifferenz der Füße an. 
Für Verengung der Halsschlagadern (der A. carotis) bedeutet dies, dass noch keine Zeichen wie eine vorübergehende Sprachstörung oder Lähmungserscheinungen in einer Hand oder in einem Fuß auftreten.  
Ein Warnzeichen für Gefäßveränderungen der Schlagadern, z. B. des Beckens sind bei Männern Erektionsstörungen. 
Solche unspezifische erste Warnsymptome treten erst bei schon schwerwiegenden Gefäßveränderungen auf und bedeuten u. U. eine schwere generalisierte Erkrankung des gesamten "Rohrleitungssystems" des menschlichen Körpers. Der Arzt kann diese Veränderungen im Bereich der Beine durch Tasten der Pulse oder Abhorchen, sowie Druck messen des Blutdrucks an den Beinen (Dopplerdruckmessung der Knöchelarterien) im Vergleich zum Blutdruck am Arm feststellen. 

Stadium II ist gekennzeichnet durch eine bereits erhebliche durchblutungsbedingte Behinderung der Belastbarkeit der Beine bzw. der Arme. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln beim Treppensteigen, Bergaufgehen oder sonstiger stärkerer Belastung, müssen schmerzbedingt stehen bleiben und eine Erholung der Muskulatur abwarten (Schaufensterkrankheit).
Das Stadium II wird in zwei Untergruppen unterteilt, wobei vom Stadium II a bei einer Gehstrecke > 200 m und vom Stadium II b bei einer schmerzfreien Gehstrecke von < 200 m gesprochen wird, bevor der Betreffende schmerzbedingt stehen bleiben muss.

Bei  Durchblutungsstörung des Hirnes treten eindeutige Symptome auf, die sich im Sinne einer vorübergehenden Unfähigkeit zu sprechen (Aphasie) oder in einer rasch vorübergehenden Lähmung einer Hand, eines Beines oder auch einer Körperhälfte ausdrücken (transitorisch ischämische Attacke, TIA). Auch ein vorübergehendes "Flecken Sehen" oder eine kurzfristige Blindheit auf einem Auge kann durch eine solche Durchblutungsstörung des Gehirns ausgelöst werden.  
Diese Symptome sind äusserst ernst zu nehmende Warnsymptome eines drohenden Schlaganfalls. Werden diese übersehen oder nicht ernst genommen, erleiden die Betroffenen ohne entsprechende Therapie häufig in kürzester Zeit einen Schlaganfall mit entsprechend schwerwiegenden dauerhaften Folgen.  

Stadium III bedeutet, dass die Durchblutung aufgrund der Gefäßveränderungen so stark eingeschränkt ist, daß die Betroffenen auch im Bett liegend nachts über Schmerzen in der Muskulatur als Zeichen einer Minderdurchblutung klagen.  
Diese Schmerzen treten deshalb häufig während der Nacht auf, weil dann der arterielle Blutdruck natürlicherweise absinkt und durch das waagrechte Liegen eine zusätzliche Durchblutungsverbesserung über das "Herabfließen" des Blutes entfällt. Die Patienten wachen nachts durch die Schmerzen auf und müssen die Beine aus dem Bett hängen lassen, um schmerzlos zu werden (= verbesserte Durchlutung durch den hydrostatischen Druck der Schwerkraft).

Ist die Durchblutung bereits in diesem Maße eingeschränkt, droht der Verlust der Extremität. 

Übertragen auf die Hirndurchblutung bedeutet das häufiges Auftreten von oben genannten Symptomen oder bereits die Ausbildung eines akuten Schlaganfalls mit entsprechenden Ausfällen bestimmter Hirnfunktionen, je nachdem welcher Hirnbezirk entsprechend gestört ist.  

Im Stadium IV haben die Gefäßveränderungen ein so ausgeprägtes Ausmaß angenommen, dass die Durchblutung des  Gewebes nicht mehr zur Aufrechterhaltung des Grundstoffwechsels ausreicht. Es kommt zum Absterben von Gewebe (Nekrose). An den Beinen entstehen durch das Absterben von Hautarealen Geschwüre oder es kommt zum vollständigen Absterben von Zehen, die dann schwarz werden. 
Übertragen auf das Gehirn bedeutet dieses Stadium das Absterben von Hirngewebe und somit den irreversiblen Verlust der entsprechenden Hirnfunktion, d.h. die entsprechenden Hirnfunktionen können nicht mehr wiedererlangt werden (schwerer Schlaganfall, Apoplex). 

Neue Methode: Die Viabahn-Endoprothese

Die Viabahn-Endoprothese ist eine bei schon seit vielen Jahren erfolgreich angewendete minimal invasive Methode zur Durchblutungs-Wiederherstellung bei Verschluß der Oberschenkel-Strombahn.

Ob die Beschichtung mit Heparin einen zusätzlichen Vorteil bringt ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

 


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