"Der Mensch ist so alt (oder so jung), wie seine Gefäße"
Gefäßerkrankungen werden in ihrer Bedeutung unterschätzt.
In der Mehrheit ist nicht bekannt, daß der Funktionsausfall eines Gefäßes bereits bedeutet, daß das gesamte Gefäßsystem, das aus arteriellen Gefäßen ("Schlagadern", Hochdrucksystem) und venösen Gefäßen (Niederdrucksystem, Blutrückführung zum Herzen) besteht generell erkrankt ist.
Am besten vergleicht man es mit dem Wasserleitungssystem eines Hauses, bei dem eine globale Verkalkung vorliegt, wenn es zu einem verkalkungsbedingten Verschluß bei einer einzelnen Rohrleitung kommt. Ebenso zeigt ein "Wasserrohrbruch" an, daß das Rohrsystem im Gesamthaus durch aggressive Substanzen im Wasser angegriffen und dünn sein kann.
Der Wasserrohrbruch entspricht dem Platzen eines erweiterten arteriellen Gefäßes (Aneurysmaruptur).
Die Warnsymptomatik eines Gefäßverschlusses wird vom Erkrankten in den meisten Fällen nicht entsprechend wahrgenommen oder nicht so ernst genommen wie es sein sollte.
Das oben angeführte alte Sprichwort: "Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße" oder "Der Mensch ist so jung wie seine Gefäße" hat eine sehr ernste Bedeutung.
| Das Gefäßsystem altert ebenso wie der gesamte Organismus und Gefäßerkrankungen nehmen mit fortschreitendem Alter zu. Etwa 2 % der 45- bis 54-jährigen und 6-10 % der 55- bis 64-jährigen weisen arteriosklerotische Veränderungen ihrer Beingefäße auf. |
Vielfach wird übersehen, wie früh bereits Gefäßveränderungen nachgewiesen werden. Bei jungen, im Vietnam-Krieg gefallenen Soldaten wurden bereits im Alter unter 30 beginnende Arteriosklerosezeichen im Gefäßsystem festgestellt .
Macht man sich klar, welche essentielle Bedeutung das Gefäßsystem für die Funktion aller Organe, ja für die Funktion jeder einzelnen Körperzelle hat, so wird die Bedeutung gesunder Gefäße deutlich.
Die gesamte Versorgung jeder Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über das Gefäßsystem und ebenso bedeutsam ist der Abtransport von Abfallstoffen und Verbrennungsstoffen der Zelle durch dieses "Rohrleitungssystem" des menschlichen Körpers. Jede Zelle und z.B. auch die Gehirnzellen können nur so gut funktionieren, wie sie mit Sauerstoff und "Brennstoffen" (z.B. Zucker = Glucose) versorgt werden.
"Sünden am Gefäßsystem rächen sich erst spät aber dann umso schlimmer"
Im Jahrbuch 1992 des Statistischen Bundesamtes ist "Schlaganfall" die dritthäufigste Todesursache.
Patienten, die Durchblutungsstörungen im Bein haben, weisen meist auch keine ungestörte Blutversorgung von Gehirn und Herz mehr auf.
3/4 aller gefässkranken Patienten versterben am Herzinfarkt oder am Schlaganfall. Die Sterblichkeitsrate ist doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.
Die Lebenserwartung ist um 10 Jahre verringert.
Jeder 5. gefäßkranke Patient verstirbt innerhalb der nächsten 5 Jahre.
Der Schlaganfall als Folge einer Gehirndurchblutungsstörung steht nach dem Herzinfarkt und den Karzinomerkrankungen an dritter Stelle als Todesursache.

